Simon & Widdig GbR

Büro für Landschaftsökologie

F&E Vorhaben "Rahmenbedingungen für die Wirksamkeit von Maßnahmen des Artenschutzes bei Infrastrukturvorhaben"

Laubfrosch

In diesem Projekt wurden Rahmenbedingungen erarbeitet, unter denen vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen nach § 42 Abs. 5 des Bundesnaturschutzgesetzes (CEF-Maßnahmen) für eine repräsentative Auswahl von 30 Arten der Vogelschutzrichtlinie und des Anhanges IV der FFH-Richtlinie wirksam werden können. Die Betrachtung beschränkte sich dabei auf Beeinträchtigungen der Fortpflanzungs- und Ruhestätten der Arten durch Infrastrukturvorhaben (v. a. Straßen-, Eisenbahn- und Flughafenprojekte).

Zunächst wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für CEF-Maßnahmen aus fachlicher Sicht interpretiert, da im BNatSchG einige Begriffe enthalten sind, die nicht hinreichend scharf definiert sind z. B. "Fortpflanzungs- und Ruhestätten", "ökologische Funktion").

Des Weiteren wurde überprüft, für welche Arten in abgechlossenen Infrastrukturvorhaben bereits Maßnahmen umgesetzt wurden und ob Erfahrungsberichte zu ihrer Eignung vorliegen. Da bei der Planung von Infrastrukturvorhaben die zeitliche Dimension eine wesentliche Rolle spielt, wurde beurteilt, ob die Maßnahmen in einem vertretbaren Zeitrahmen erfolgreich umgesetzt werden können. Zusätzlich wurden auch neue Maßnahmen aus der Biologie der Arten abgeleitet und vorgeschlagen.

Als Ergebnis wurden zu den 30 ausgewählten Arten "Artensteckbriefe" vorgelegt. In diesen wurden die Fortpflanzungs- und Ruhestätten der jeweiligen Art definiert und die Abgrenzung lokaler Individuengemeinschaften fachlich begründet. Daraufhin werden Kriterien zur Bewertung der ökologischen Funktionalität betroffener Fortpflanzungs- und Ruhestätten entwickelt. Schließlich werden spezifische CEF-Maßnahmen vorgeschlagen und hinsichtlich ihrer Durchführbarkeit und Wirksamkeit beurteilt. Abschließend wird in einem Fazit festgehalten, ob geeignete CEF-Maßnahmen für die betrachtete Art zur Verfügung stehen.

Bechsteinfledermaus

Es ist davon auszugehen, dass bei manchen Arten sehr gut geeignete CEF-Maßnahmen zur Verfügung stehen, die auch hinreichend in der Praxis erprobt sind. Andere CEF-Maßnahmen dagegen werden zwar aus der Biologie der Art gut ableitbar sein, müssen aber aufgrund längerer Vorlaufzeiten bis zur Wirksamkeit oder geringer Erfahrung als weniger geeignet eingestuft werden. Schließlich ist zu erwarten, dass bei einigen Arten, vor allem solchen mit komplexen und großräumigen Lebensraumansprüchen, CEF-Maßnahmen gar nicht möglich sind.